An der Fachmittelschule und dem Gymnasium Thun präsentierten Schülerinnen und Schüler ihre Abschlussarbeiten. Ein Schlaglicht auf drei Projekte.
Text Tobias Lerch
Fotos zvg Ben Martin und Jana Vinotto
Während eines Jahres beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Maturarbeit (Gymnasium) oder des Selbständigen Arbeit (FMS) mit eigenständigen Projekten. Die Präsentationstage markieren dabei Schluss- und Höhepunkt der intensiven Zeit.
Prokrastination spielend vermeiden
Ein unangenehmes Phänomen, mit dem sich nicht nur Mittelschülerinnen und Mittelschüler konfrontiert sehen, ist Prokrastination, das Hinauszögern von anstehenden Arbeiten. Um dem Problem entgegenzuwirken, hat Ben Martin die Smartphone App «Powerhour» entwickelt und als Startup lanciert. Der Clou dabei: Mittels Gamifikation – der Anwendung spielähnlicher Elemente in einem eigentlich spielfreien Kontext – soll die Hemmschwelle, Unangenehmes rechtzeitig zu erledigen, gesenkt werden. Die App ist für iOS und Android erhältlich und soll weiterentwickelt werden. Für seinen kreativen Lösungsansatz wurde Ben Martin mit dem Einzug in den Final von Schweizer Jugend forscht belohnt.
Besuchen Sie die Website der App: Powerhour – Healthy Habits
Grenzverletzendes Verhalten im eidgenössischen Parlament
Viktoria Gubler hat mittels einer Umfrage grenzverletzendes- und herabsetzendes Verhalten im eidgenössischen Parlament untersucht. Die Resultate wurden statistisch ausgewertet und mit vorhandenen Studien verglichen. Die Resultate überraschen leider kaum: So haben Frauen zum Beispiel öfter den Eindruck, weniger lang reden zu dürfen oder müssen wenig prestigeträchtige Arbeiten wie Protokollieren übernehmen. Alle befragten Parlamentsmitglieder waren der Meinung, dass die Digitalisierung zu einer deutlichen Zunahme von grenzverletzendem Verhalten geführt hat. Angstfrei politisieren zu können, sei jedoch eine Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie, meint die Gymnasiastin.
Ein moderner Alpenblumenlehrpfad
Jana Finotto hat sich für die Erneuerung des Alpenblumenlehrpfades auf dem Stockhorn engagiert. Ziel der Maturarbeit war, Alpenblumen unter Zuhilfenahme moderner Technologie neu zu bestimmen, wobei zwölf neue Arten gefunden werden konnten. Grund für den Zuwachs dürfte in erster Linie der Klimawandel sein. Drüber hinaus hat Jana Finotto den Bestand fotografisch dokumentiert und Vorschläge für die Erneuerung der Informationstafeln gemacht. So sollen zum Beispiel mittels QR-Code Interessierte Zugriff auf vertiefende Informationen erhalten können. Das Projekt wurde von der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Thun (NGT) initiiert, begleitet und ist noch nicht abgeschlossen. Die Umsetzung ist für spätestens 2025 geplant.


















































