Text Ariane Wenger, 24gF
Jedes Jahr finden zwischen Januar und April die Super-Drei-Rennen statt. Traditionsreich, spektakulär, herausfordernd – so sind sie, die drei grössten Volksabfahrten der Schweiz. Gemeinsam bilden sie die Gesamtwertung der Super-Drei-Rennserie, in welcher jedes Jahr der Abfahrtsmeister und die Abfahrtsmeisterin unter den Amateursportler:innen erkoren wird.
Der erste Teil bildet die «Belalp Hexe», welche auf eine alte Walliser Sage zurück geht. Demzufolge soll dort einst eine Hexe ihr Unwesen getrieben haben. In Erinnerung an diese alten Zeiten wurde vor mehr als 42 Jahren die Volksabfahrt ins Leben gerufen. Die schnellsten Rennfahrer:innen absolvieren die zwölf Kilometer lange Strecke vom Hohstock auf 3118 Metern hinunter nach Blatten auf 1322 Metern in abenteuerlichen zehn Minuten. Zum Vergleich: Die längste Abfahrtsstrecke im Ski-Weltcup der Männer ist Wengen mit knapp 4,5 Kilometern Länge und einer Fahrzeit von rund 2,5 Minuten deutlich kürzer.
Der zweite Teil sind die internationalen Inferno-Rennen in Mürren. Dieses Jahr nahmen 1688 Startende aus zwei Dutzend Ländern teil. Die Abfahrt begann dieses Jahr beim Klein-Schilthorn, endete bei der Winteregg und hatte eine Länge von insgesamt 9,5 Kilometern. Ich durfte dieses Jahr mit der Nummer 203 als dritte Frau starten und konnte das Rennen für mich entscheiden. Wenn man das erste Jahr dabei ist, muss man sehr weit hinten starten und sich dann mit einem guten Resultat einen Startplatz weiter vorne ergattern. Letztes Jahr war ich das erste Mal dabei und konnte den dritten Rang erreichen, was den frühen Startplatz dieses Jahr ermöglichte. Die Regelung besagt, dass man in dem Jahr, in welchem man das 18. Lebensjahr erreicht, starten darf.
Der Dritte und letzte Teil der Rennserie findet in Saas Fee statt, die sogenannten Allalin-Rennen. Die Rennstrecke beginnt am höchsten Punkt des Skigebiets und führt über neun Kilometer vom Feegletscher bis zum Sportplatz Kalbermatten hinunter. Es gibt bei diesen Rennen auch eine Mannschaftswertung, wo man in einer Gruppe von vier Personen die Abfahrt hintereinander bewältigt. Mit unserem Frauenteam konnten wir dieses Jahr das Rennen gewinnen. Im Einzelrennen belegte ich den dritten Platz.
Die Rennen sind ein einzigartiges Erlebnis und es ist ein Privileg, Teil davon sein zu dürfen. Unser Team (Niedersimmental) umfasst etwa 30 Personen, die zusammen an den Rennen teilnehmen. So ist ein grosser Teamgeist entstanden, welcher mit grossem Ehrgeiz vor und während der Rennen verbunden ist. Man muss seine Grenzen kennen, denn man muss sich bewusst sein, dass man während des Rennens Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h erreicht. Ein kleiner Fehler, eine kleine Unsicherheit und man riskiert einen Unfall, wie es sie jedes Jahr gibt.
Schliesslich muss noch erwähnt werden, dass nicht nur das Rennen selbst, sondern auch der zweite, festliche Teil von grosser Wichtigkeit ist. So werden die sozialen und gesellschaftlichen Bedürfnisse gepflegt und die Erfolge mit einer Liveband gefeiert. Ich hoffe, dass ich auch nächstes Jahr wieder an diesem spannenden Abenteuer teilnehmen kann.


















































